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«anima» :: dinge atmen

mik gruber

Zwei Figuren aus unterschiedlichen Welten treffen sich auf einer Bühne. Akzeptiert man dieses Zusammentreffen, so entsteht ein rätselhafter Moment. Oft entstehen Fragen, oder es ergibt sich der Moment einer Geschichte.

Dieser Moment des Zusammentreffens interessiert mich. Desshalb habe ich in den letzten zwei Jahren eine Sammlung von Gegenständen und Figuren angelegt. Damit die Sammlung in ihrem Volumen überschaubar bleibt, habe ich Gegenstände gewählt, welche in einer Hand Platz finden. Im Gegensatz zur Sammlung in einem klassischen Setzkasten, habe ich die Auswahl der Gegenstände unabhängig von meinem eigenen Geschmack getroffen. Stets suchte ich starke, aus einer speziellen Welt stammende Gegenstände. Zum Teil sind es bekannte Figuren aus Popkultur, Werbung und Kinderzimmer. Andere Sachen sind rätselhaft und unbekannt. Wichtig ist jedoch, dass sie über ANIMA verfügen. Dies bezeichnet die Seele des Gegenstandes oder seine Fähigkeit zu atmen.

An der Ausstellung sind Fotografien von inszenierten Szenen zu sehen. Arrangiert mit einfachen Hintergründen und charakteristischen Lichtstimmungen erzählen sie die Entstehung eines Moments zwischen zwei Figuren. Ein Roboter versucht galant mit einer Nixe zu tanzen. Ehepaar Böckmann ist auf Safari und Rapstar Nofrog erzählt melancholische Geschichten über seine Mutter. Postkarten, Kulissen oder Stoffe behaupten einen Ort des Zusammentreffens. Bei manchen Bildern gibt es einen Titel als Kommentar. Es gibt auch Zusammenkünfte, welche in eine Bildergeschichte münden. Stets entsteht eine kleine scheinheilige Welt.

Neben den Bildern sollen in der Ausstellung die Gegenstände selbst wie wertvolle Fundstücke in einem Museum präsentiert werden. Dabei sollen durch die Komposition nach Kriterien wie Farbe, Material, Form, Semantik und Kontrast übergreifende Zusammenhänge zwischen den Gegenständen freigelegt werden. Dies ergibt ein reizvolles Osszilieren zwischen den arrangierten Szenen und der musealen Präsentation.