/ plattform für junge kunst / stationsstrasse 21 / 8003 zürich

*frei *perrottet *unold

Lilian Frei, Susana Perrottet, Darja Unold

Vernissage 6. Januar 2007, ab 18.00h (Performance 19.00h)
Ausstellungsdauer: 7. – 19. Januar 2007

Drei Vertreterinnen einer jüngeren Künstlerinnengeneration zeigen ab 7. Januar 2007 neue Arbeiten in der station21: Performance, Fotografie, Malerei und Videodokumente.
Lilian Frei, *1968 und Darja Unold, *1986 haben bereits in mehreren Performance-Projekten zusammengearbeitet. In einer speziell für den Ausstellungsraum station21 von Frei entwickelten inszenierten Zeremonie wird das Publikum erneut kaum die Möglichkeit haben, sich den bedeutungsschwer aufgeladenen Bildern zu entziehen: Der Mensch und sein Körper als fleischliche Basiseinheit des sozialen Systems werden von den beiden Kunstschaffenden wiederholt in irritierender Weise blossgelegt, allerdings nie um zweckfrei zu schockieren, sondern um in der Interaktion mit weiteren Akteuren und dem Publikum die Hinterfragung sozialer Codices voranzutreiben und gesellschaftliche Rituale mittels Kunst zu sezieren.
Die an der Vernissage vollzogene Handlung wird in fotografischen und gefilmten Fragmenten ihre Spuren während der ganzen Ausstellungsdauer hinterlassen. Neben ihrer Beteiligung an der Performance zeigt Darja Unold eine narrative Serie von fotografischen Selbstporträts, die den Betrachter wiederum verunsichern, diesmal durch die traumwandlerische Offenlegung einer intimen Selbstentblössungs-Geste in der öffentlichen Umgebung eines fahrenden Eisenbahnwagens.

Susana Perrottet, *1975 schliesslich präsentiert eine Werkgruppe von gemalten Porträts von sich, von Freunden und Menschen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – in ihrer persönlichen Erinnerungswelt als flüchtige erscheinende Gesichter tummeln. Perrottet malt ihre Porträts in Öl oder Acryl auf ein so verletzliches und ephemeres Material wie aufgetropfte Wachsflächen, welche sie auf farbige Putzschwämme montiert oder giesst, so dass die dabei entstehenden Werke zwischen Pop Art-Objekten und antiken Enkaustikporträts zu oszillieren scheinen. Manchen der Porträts gibt die Künstlerin Fundgegenstände bei und baut sie damit zu kleinen altarartigen Ensembles aus. Diese verweisen auf eine von Susana Perrottets biografischen und kulturellen Wurzeln: Die peruanische Spiritualität.

Sandi Paucic, im Nov06

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